09.06.2026

Business Continuity Management - den Laden am laufen halten!

Ob Cyberangriff, Stromausfall, Lieferkettenstörung oder Extremwetter - heutzutage sind Unternehmen einer Vielzahl potenzieller Risiken ausgesetzt. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr ob, sondern wann eine Störereignis eintritt. Mit Business Continuity Management (BCM) kann man genau in solchen Fällen weiterhin betriebsfähig bleiben.

Grundlegendes

BCM ist ein strukturierter Ansatz, um sicherzustellen, dass kritische Geschäftsprozesse auch in Krisensituationen aufrechterhalten oder schnell wiederhergestellt werden können. Hierzu werden kritische Geschäftsprozesse identifiziert, Risken bewerten und Maßnahmen zur Prävention und Vorsorge entwickelt. Internationale Grundlage ist die Norm ISO 22301, die Anforderungen an ein wirksames BCM Systems definiert. Gleichzeitig finden sich hierzu auch Ausführungen in der DIN SPEC 14027 wieder.

BCM als Wettbewerbsfaktor

Eine Betriebsunterbrechung kann schwere Folgen haben. Sollte Schlüsselpersonal ausfallen, Lieferketten ernsthaft gestört sein oder die IT stillgelegt werden, können so wohl die Umsatzzahlen als auch beispielsweise Kundenbeziehungen darunter leiden.
Mit einem BCM System können Sie einer Betriebsunterbrechung gezielt entgegenwirken und profitieren gleichzeitig durch die
  • Schnellere Wiederaufnahme des Betriebes
  • Reduzierung finanzieller Schäden
  • Erhöhung der Krisenkompetenz im Unternehmen
  • Stärkung des Vertrauens bei Kunden und Partnern.
So können Sie Risiken vorsorglich begegnen und BCM als Wettbewerbsfaktor für Ihr Unternehmen nutzen .

BCM implementieren und sichern

Der Aufbau eines BCM-Systems erfolgt in mehreren strukturierten Schritten. Wichtig ist: BCM ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Dementsprechend ist eine stetige Pflege und Steuerung des Systems durch das Management erforderlich.
  1. Management Commitment sichern
    Ohne klare Unterstützung der Geschäftsführung funktioniert BCM nicht. Es braucht klare Verantwortlichkeiten, ausreichende Ressourcen sowie eine abgestimmte und definierte BCM-Strategie.
  2. Geschäftsprozesse analysieren / Business Impact Analysis
    Dieser Schritt dient als Entscheidungsgrundlage und sollte dokumentiert werden. Es geht darum, die Auswirkungen von Unterbrechungen auf relevante Geschäftsprozesse zu identifizieren:
    • Ermittlung kritische Geschäftsprozesse und deren Abhängigkeiten
    • Bewertung von Schäden bei Ausfall
    • Definition von maximal akzeptierbaren Ausfallzeiten und Wiederanlaufszeiten
    Wichtig dabei ist alle beteiligten Stakeholder frühzeitig miteinzubinden, denn Fachwissen ist unerlässlich für die Qualität der Analyse. Denken Sie daran, dass dieser Schritt keine sofortige Vollständigkeit abverlangt. Sie können auch die fünf kritischsten Prozesse priorisieren und einfach anfangen.
  3. Risiken bewerten
    Auf Basis des vorherigen Schrittes werden Risiken für die Betriebsunterbrechung identifiziert und priorisiert. Dabei gilt es die Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensausmaße im Ganzen festzustellen. In dem hierbei das ganze Unternehmen in Augenschein genommen wird, können kaskadierende Prozesse festgestellt werden.
  4. Strategie anpassen und Maßnahmen entwickeln
    Basierend auf der Business Impact Analysis und der Risikobewertung kann die Resilienzstrategie angepasst werden und entsprechende Maßnahmen zur Stärkung der Betriebskontinuität während Störereignissen festgelegt werden. Typische Maßnahmen können beispielsweise die Sicherstellung von IT-Redundanzen und alternative Lieferanten. Grundsätzlich kann ein praktikables Notfallhandbuch, in dem Wiederanlaufpläne für kritische Prozesse sowie Krisenkommunikationsleitfäden hinterlegt sind, angelegt werden.
  5. Kompetenz der Mitarbeitenden stärken
    Neben der Analyse von Geschäftsprozessen und Weiterentwicklung der Resilienzstrategie und -Maßnahmen ist auch die Sicherheitskompetenz der Mitarbeitenden zu fördern. Durch Schulungen für Führungskräfte, Notfallübungen oder gezielte Sensibilisierungsformate kann die organisationale Resilienz innerhalb des Betriebes gestärkt werden. Erkenntnisse können in die erarbeiteten Maßnahmen und Strategie einfließen. Diese bleiben dann nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern werden aktiv weiterentwickelt und gelebt.
  6. BCM als Prozess verstehen
    Die Rahmenbedingungen und damit einhergehende Risken ändern sich stetig. Daher ist es wichtig BCM als einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu verstehen - Plan, Do, Check, Act.

Aktive Vorsorge statt Reaktion

Business Continuity Management ist kein Bürokratiemonster, sondern ein pragmatisches Instrument, um Risiken aktiv zu begegnen. Unternehmen, die BCM strukturiert angehen, können krisenfester, handlungsfähiger und langfristig erfolgreicher sein.