Der aktuelle Konjunkturbericht für die Region Heilbronn-Franken ist nach den verschiedenen Branchen unterteilt. Ein Klick auf die Branche unten zeigt Ihnen die Einzelergebnisse.
In der Industrie, die maßgeblich die regionale Wirtschaft bestimmt, ist die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage leicht schwächer ausgefallen. 27 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Unternehmen melden eine gute Geschäftslage, während ein Fünftel (Vorquartal 19 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden ist.
Bei den In- und Auslandsorders ist wieder mehr Dynamik zu verzeichnen. Bei den Inlandsorders melden 18 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) der Betriebe einen Anstieg, während 24 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) Einbußen hinnehmen mussten. Bei den Auslandsorders verzeichneten 26 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) Zuwächse, 19 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) berichten von einem Rückgang. Das lässt hoffen, dass die Industrie die Folgen des Nahostkonflikts besser verkraften konnte als befürchtet. Die Kapazitätsauslastung ist auf 81 Prozent gestiegen (Vorquartal 79 Prozent). Größte Risiken werden weiterhin in den geopolitischen Spannungen (64 Prozent, zuvor 67 Prozent), in der Inlandsnachfrage (62 Prozent) sowie in den hohen Rohstoffpreisen (56 Prozent), in den Arbeitskosten (55 Prozent) und den Energiepreisen (50 Prozent) gesehen. Das Risiko von Lieferengpässen hat auf 26 Prozent (Vorquartal 41 Prozent) abgenommen.
In die Zukunft blicken die Industriebetriebe fast so zuversichtlich wie zuletzt vor einem Jahr. Die Unternehmen hoffen auf eine Entspannung der weltpolitischen Situation. 22 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, während sich nur noch 16 Prozent (Vorquartal 28 Prozent) skeptisch zeigen. Die Exporterwartungen haben sich spürbar aufgehellt. 25 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) erwarten steigende Ausfuhren, 14 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) rechnen mit einem Rückgang. Auch die Investitionszurückhaltung hat abgenommen. 22 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) planen mit steigenden Inlandsinvestitionen, während ein Viertel (Vorquartal 36 Prozent) eine Verringerung erwägt. Die Personalplanungen fallen weniger pessimistisch als im Vorquartal aus. Nach wie vor wollen 13 Prozent der Betriebe Mitarbeiter einstellen, während 23 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) Stellenstreichungen erwägen.
2. Ausgewählte Industriebranchen
Die Lageeinschätzungen im Fahrzeugbau fallen etwas positiver als im Vorquartal aus. 38 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Betriebe sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während nach wie vor kein Unternehmen eine schlechte Geschäftslage meldet. Eine Stütze für die Branche liefert das Inlandsgeschäft. Die Inlandsorders haben sich gegenüber dem Vorquartal stark belebt, während sich die Auslandsorders leicht abgeschwächt haben. Hinsichtlich der Geschäftserwartungen rechnet ein Viertel (Vorquartal 0 Prozent) mit einer besseren Entwicklung. Kein Betrieb geht von einer Verschlechterung aus (Vorquartal 7 Prozent). Größte Sorgen bereiten nach wie vor die hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie die Wirtschaftspolitik.
Im Maschinenbau fällt die aktuelle Lagebeurteilung erneut weniger positiv als im Vorquartal aus. 30 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) der Unternehmen sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während ein Viertel (Vorquartal 23 Prozent) mit der aktuellen Lage unzufrieden ist. Rückläufigen Inlandsorders stehen steigende Auslandsorders gegenüber. Die Exportaussichten bleiben verhalten optimistisch. Größte Sorgen werden in den geopolitischen Spannungen, den hohen Kosten für Arbeit und Energie sowie in der In- und Auslandsnachfrage gesehen. Hinsichtlich der Geschäftsaussichten herrscht weiter leichte Skepsis. 13 Prozent der Betriebe blicken optimistisch in die Zukunft. 16 Prozent zeigen sich pessimistisch.
Im Bereich Elektrotechnik hat sich das Stimmungsbild erneut verbessert. 31 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) der Betriebe melden eine gute aktuelle Lage, während 21 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) von einem schlechten Geschäftsverlauf berichten. Die In -und Auslandsorders sind weiter gestiegen. Der Optimismus bei den Exporterwartungen hat abgenommen. Größte Sorgen bereiten den Betrieben die hohen Arbeitskosten, die In- und Auslandsnachfrage sowie die geopolitischen Spannungen. 49 Prozent (Vorquartal 45 Prozent) erwarten einen besseren, 18 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) einen schlechteren zukünftigen Geschäftsverlauf.
Die Lageeinschätzungen im Bereich Metallerzeugung fallen weniger günstig als im Vorquartal aus. 14 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) der Betriebe sprechen von einer guten Geschäftslage, während 11 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Rückläufigen Inlandsorders stehen belebte Auslandsorders gegenüber. Hinsichtlich des weiteren Geschäftsverlaufs herrscht wieder mehr Zuversicht. 31 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft, während 9 Prozent mit einer schlechteren Entwicklung rechnen. Größte Risiken sind die geopolitischen Spannungen, die Inlandsnachfrage sowie hohe Kosten für Energie, Arbeit und Rohstoffe.
Die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation im Bereich Glasgewerbe/Steineverarbeitung fällt erneut deutlich ungünstiger aus als zuvor. Kein Unternehmen (Vorquartal 12 Prozent) spricht von einem guten Geschäftsverlauf, während 27 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) von einer schlechten Geschäftslage berichten. Abgeschwächten Inlandsorders stehen gleichbleibende Auslandsorders gegenüber. In die Zukunft blicken 27 Prozent (Vorquartal 47 Prozent) der Betriebe pessimistisch. Noch immer kein Unternehmen erwartet eine Verbesserung. Größte Risiken stellen die Inlandsnachfrage sowie die hohen Energie- und Rohstoffpreise dar.
In der chemischen Industrie fallen die Lagebeurteilungen erheblich besser als im Vorquartal aus. 64 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) der Betriebe melden eine gute Geschäftslage. Kein Unternehmen (Vorquartal 27 Prozent) berichtet von einem schlechten Geschäftsverlauf. Die Inlands- und Auslandsorders fallen weniger schwach als im Vorquartal aus. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung erwarten 27 Prozent (Vorquartal 55 Prozent) eine Verschlechterung. Kein Unternehmen (Vorquartal 18 Prozent) blickt optimistisch in die Zukunft. Größte Geschäftshemmnisse stellen die hohen Rohstoff- und Energiepreise und die geopolitischen Spannungen dar.
Im Ernährungsgewerbe fällt das konjunkturelle Stimmungsbild per saldo gleich wie im Vorquartal aus. Jeweils 27 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) der Betriebe melden eine gute oder schlechte Geschäftslage. Insgesamt hat die Auftragslage leicht an Schwung gewonnen. 27 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einer schlechteren Entwicklung in den nächsten zwölf Monaten, während 18 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) optimistisch in die Zukunft blicken. Die hohen Kosten für Arbeit, Energie und Rohstoffe bereiten den Betrieben die größten Sorgen.
3. Baugewerbe
Im Baugewerbe hat sich das Stimmungsbild im 2. Quartal 2026 verbessert. 45 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) der Unternehmen bewerten den aktuellen Geschäftsverlauf als gut, während 19 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind.
Die Unternehmen klagen weiterhin über fehlende Aufträge, auch wenn die Auftragslage per saldo weniger schwach als im Vorquartal ausfällt. Ein Drittel (Vorquartal 13 Prozent) der Betriebe meldet steigende Auftragseingänge, 40 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) mussten Rückgänge hinnehmen. Deutlich verbessert haben sich die Auftragseingänge im Straßen- und Tiefbau. Die Hälfte der Betriebe meldet hier einen Anstieg der Aufträge. Im Öffentlichen Hochbau, im gewerblichen Hochbau sowie insbesondere im Wohnungsbau ist eine Abschwächung bei den Auftragseingängen festzustellen. Im Wohnungsbau berichten 84 Prozent (Vorquartal 46 Prozent) von Auftragseinbußen. Die Auslastung von Maschinen und Geräten ist auf 77 Prozent (Vorquartal 75 Prozent) gestiegen.
Größte Herausforderungen stellen die hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie die schwache Inlandsnachfrage dar. Rund jeder zweite Betrieb (48 Prozent) klagt über Fachkräftemangel. Für die kommenden Monate halten sich bei den Bauunternehmen die optimistischen (Vorquartal 22 Prozent) und die pessimistischen Stimmen (Vorquartal 19 Prozent) mit jeweils 26 Prozent die Waage. Die Unternehmen erwarten per saldo einen Personalaufbau. Wie im Vorquartal planen 19 Prozent mit Neueinstellungen in den kommenden Monaten, während 13 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) Stellenstreichungen in Betracht ziehen.
4. Handel
Im Großhandel zeigen sich die Unternehmen spürbar zufriedener mit der aktuellen Geschäftslage als im Vorquartal. Der Saldo der Lageurteile liegt auf dem höchsten Wert seit vier Jahren. 32 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) bewerten ihre Geschäftslage als gut, während nur 15 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Sowohl der produktionsverbindende als auch der konsumnahe Großhandel berichten von einer Belebung der Geschäfte. Beim Bestellverhalten hat die Zurückhaltung leicht abgenommen. 19 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) der Großhändler berichten von einem Anstieg der Bestellungen, während 21 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) über einen Rückgang klagen.
Beim Blick in die Zukunft überwiegt der Optimismus. 24 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) rechnen mit einer besseren Entwicklung, während 14 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) mit Skepsis in die Zukunft blicken. Größte Sorgen bereiten den Betrieben die hohen Kosten für Arbeit und Energie, die schwache Inlandsnachfrage sowie die anhaltenden geopolitischen Spannungen. Bei den Beschäftigungsplänen wollen 29 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) der Großhändler Personal abbauen. 14 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) rechnen mit Neueinstellungen.
Im Einzelhandel sind die Lageurteile auf den niedrigsten Wert seit 22 Jahren gefallen. Lediglich 8 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) der Einzelhändler bewerten ihre aktuelle Lage als gut, während wie im Vorquartal 29 Prozent mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind. Etwas positiver als im Durchschnitt fallen die Einschätzungen im Lebensmitteleinzelhandel aus. Höhere Spritpreise, die weiterhin wenig dynamische Entwicklung der heimischen Wirtschaft und die gedämpfte Lage am Arbeitsmarkt drücken auf die Verbraucherstimmung.
Die Einschätzung des Kaufverhaltens fällt ähnlich zurückhaltend wie im Vorquartal aus. Weiterhin kein Einzelhändler bezeichnet das Kaufverhalten als kauffreudig. 21 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) stufen es als saisonüblich ein. Der Anteil der Einzelhändler, die ein zurückhaltendes Kaufverhalten beobachten, liegt bei 79 Prozent (Vorquartal 80 Prozent). Als größte Herausforderungen werden die schwächelnde Inlandsnachfrage, die hohen Kosten für Energie und Arbeit sowie der Fachkräftemangel genannt. Der Ausblick auf die kommenden Monate fällt verhalten aus. Jeweils ein Viertel der Einzelhändler blickt optimistisch (Vorquartal 31 Prozent) oder pessimistisch (Vorquartal 23 Prozent) in die Zukunft.
5. Dienstleistungen
Die Beurteilung der aktuellen Lage im Dienstleistungssektor hat sich gegenüber dem Vorquartal verschlechtert. 22 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) der Unternehmen berichten von einer guten Geschäftslage, während ein Viertel (Vorquartal 19 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden ist. Unter anderem die ITK-Dienstleister berichten über erneut abgeschwächte Geschäfte.
Die Umsatzentwicklung hat sich gegenüber dem Vorjahresquartal spürbar verschlechtert. Ein Fünftel (Vorquartal 22 Prozent) der Unternehmen verzeichnet steigende Umsätze, während 44 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) einen Rückgang melden. Die Auftragsvolumina bleiben nahezu unverändert auf niedrigem Niveau. 13 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) melden einen Zuwachs, rund ein Drittel (Vorquartal 36 Prozent) eine Abnahme.
Mit Blick in die Zukunft überwiegt weiterhin deutliche Skepsis. 7 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) der Dienstleister zeigen sich zuversichtlich, während 28 Prozent (Vorquartal 36 Prozent) eine schlechtere Entwicklung erwarten. Unter anderem im Verkehrsgewerbe bleibt die Lage in den kommenden Monaten schwierig. Als größte Geschäftsrisiken werden die hohen Kosten für Arbeit und Energie, die Inlandsnachfrage sowie der Fachkräftemangel genannt. 13 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) rechnen mit Neueinstellungen. 36 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) mit einer sinkenden Beschäftigtenzahl.
Im Kreditgewerbe fällt die Lageeinschätzung erneut besser als im Vorquartal aus. 40 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) der Institute berichten von einer guten Geschäftslage, während 8 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) mit der Geschäftsentwicklung unzufrieden sind. Die Kreditnachfrage der privaten Haushalte und vor allem der Unternehmen hat spürbar abgenommen. Die Kreditvergabe zur Finanzierung von Investitionen ist nur noch bei 9 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) gestiegen. Größte Geschäftsrisiken werden in den geopolitischen Spannungen, der Wirtschaftspolitik und im Fachkräftemangel gesehen. Beim Ausblick herrscht verhaltene Zuversicht. 28 Prozent erwarten eine bessere, 16 Prozent eine schlechtere zukünftige Entwicklung.
Im Gastgewerbe fällt die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation vor dem Hintergrund der Fußball-WM sowie einer etwas weniger unsicheren weltpolitischen Situation wieder deutlich positiver als im Vorquartal aus. 21 Prozent (Vorquartal 0 Prozent) der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage, während 15 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) sich einer schlechten Geschäftslage ausgesetzt sehen. Die Betriebe leiden weiterhin unter den hohen Energiepreisen und Arbeitskosten sowie der schwachen Inlandsnachfrage. Die weitere Entwicklung bleibt schwierig. Nur 13 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) blicken optimistisch in die Zukunft. 40 Prozent (Vorquartal 42 Prozent) erwarten einen ungünstigeren Geschäftsverlauf.