Der aktuelle Konjunkturbericht für die Region Heilbronn-Franken ist nach den verschiedenen Branchen unterteilt. Ein Klick auf die Branche unten zeigt Ihnen die Einzelergebnisse.
In der Industrie, die maßgeblich die regionale Wirtschaft bestimmt, sind die Lageeinschätzungen auf den höchsten Stand seit Sommer 2023 gestiegen. 34 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) der Unternehmen melden eine gute Geschäftslage, während 15 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind.
Nach wie vor herrscht Unzufriedenheit bei den inländischen Auftragseingängen. 23 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) der Betriebe melden einen Anstieg, während 27 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) Einbußen hinnehmen mussten. Dagegen liegen die Einschätzungen zu den Auslandsorders auf dem höchsten Stand seit Sommer 2022. 27 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) verzeichneten Zuwächse, 20 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) berichten von einem Rückgang. Die Kapazitätsauslastung liegt wie im Vorquartal bei 81 Prozent.
Größte Risiken werden in den hohen Arbeitskosten (58 Prozent, zuvor 55 Prozent), den geopolitischen Spannungen (57 Prozent, zuvor 64 Prozent) sowie in den Energie- und Rohstoffpreisen (57 bzw. 55 Prozent, zuvor 50 bzw. 56 Prozent) und in der Inlandsnachfrage (53 Prozent, zuvor 62 Prozent) gesehen. Das Risiko von Lieferengpässen hat sich wieder auf 31 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) erhöht.
Der Blick in die Zukunft bleibt bei den Industriebetrieben per saldo von leichter Zuversicht geprägt. 23 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, während sich 17 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) skeptisch zeigen. Das deutet darauf hin, dass die Betriebe auch in den kommenden Monaten eine vorsichtige Erholung erwarten.
Bei einer robusten Weltkonjunktur, dem weltweiten Boom um die Künstliche Intelligenz sowie Produktionsproblemen von Wettbewerbern aus der Golfregion wegen des Irankriegs erwarten die Betriebe weiterhin eine günstige Exportentwicklung. 24 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) rechnen mit steigenden Ausfuhren, 14 Prozent rechnen wie im Vorquartal mit einem Rückgang. Bei den Investitionsplanungen zeigen sich die Unternehmen hingegen wieder spürbar zurückhaltender. Nur noch 14 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) planen mit steigenden Inlandsinvestitionen, während 29 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) eine Verringerung erwägen. Die notwendige Verbesserung der Standortfaktoren hierzulande steht noch aus. Ein Zehntel will Mitarbeiter einstellen, ein Viertel plant Stellenstreichungen.
2. Ausgewählte Industriebranchen
Die Lageeinschätzungen im regionalen Fahrzeugbau fallen ähnlich positiv wie im Vorquartal aus. 40 Prozent (Vorquartal 38 Prozent) der Betriebe sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während nach wie vor kein Unternehmen eine schlechte Geschäftslage meldet. Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland sind hingegen gesunken. Auch hinsichtlich der Geschäftserwartungen rechnen nun 13 Prozent (Vorquartal 0 Prozent) mit einer schlechteren Entwicklung. Kein Betrieb blickt mehr optimistisch in die Zukunft (Vorquartal 25 Prozent). 47 Prozent erwägen einen Stellenabbau. Größte Risiken sind die Kosten für Energie und Rohstoffe.
Im Maschinenbau fällt die aktuelle Lagebeurteilung wieder positiver als zuvor aus. 35 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) der Unternehmen sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während 19 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) mit der aktuellen Lage unzufrieden sind. Per saldo verbesserten Inlandsorders steht eine leichte Abschwächung der Auslandsorders gegenüber. Die Exportaussichten fallen optimistisch aus. Ein Drittel rechnet mit steigenden Ausfuhren. Größte Sorgen werden in den geopolitischen Spannungen, in den Kosten für Arbeit und Energie sowie in der Inlandsnachfrage gesehen. Hinsichtlich der Geschäftsaussichten herrscht verhaltene Zuversicht. 19 Prozent blicken optimistisch, 16 Prozent pessimistisch in die Zukunft.
Im Bereich Elektrotechnik hat sich das Stimmungsbild weiter verbessert. 39 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) der Betriebe melden eine gute aktuelle Lage, während 18 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) von einem schlechten Geschäftsverlauf berichten. Die Branche profitiert von den Trends Digitalisierung, Automatisierung, Ausbau der Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Die In- und Auslandsorders sind auf hohem Niveau stabil geblieben. Größte Sorgen bereiten den Betrieben die geopolitischen Spannungen und die hohen Arbeitskosten. 54 Prozent (Vorquartal 49 Prozent) erwarten eine bessere zukünftige Entwicklung.
Die Lageeinschätzungen im Bereich Metallerzeugung fallen positiver als im Vorquartal aus.27 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) der Unternehmen sprechen von einer guten Geschäftslage, während 3 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Verhalten steigende Inlandsorders stehen dynamischen Auslandsorders gegenüber. Hinsichtlich des weiteren Geschäftsverlaufs herrscht vorsichtige Zuversicht. 24 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) blicken optimistisch in die Zukunft, während 18 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) mit einer schlechteren Entwicklung rechnen. Größte Risiken sind die Kosten für Energie, Rohstoffe und Arbeit sowie die geopolitischen Spannungen.
Die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation im Bereich Glasgewerbe/Steineverarbeitung fällt noch ungünstiger als im Vorquartal aus. Kein Unternehmen spricht wie zuvor von einem guten Geschäftsverlauf, während 36 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) von einer schlechten Geschäftslage berichten. Deutlich abgeschwächten Inlandsorders stehen per saldo gleichbleibende Auslandsorders gegenüber. In die Zukunft blicken wie im Vorquartal 27 Prozent der Betriebe pessimistisch. Noch immer kein Unternehmen erwartet eine Verbesserung. Größte Risiken stellen die Inlandsnachfrage, die Energie- und Rohstoffpreise sowie die Arbeitskosten dar.
In der chemischen Industrie bleiben die Lagebeurteilungen auf einem hohen Niveau. 58 Prozent (Vorquartal 64 Prozent) der Betriebe melden eine gute Geschäftslage. Kein Unternehmen berichtet wie im Vorquartal von einer schlechten Geschäftslage. Die In- und Auslandsorders fallen deutlich positiver als im Vorquartal aus. Die Branche hat in den letzten Monaten von dem Iran-Krieg aufgrund von Lieferausfällen aus dem Nahen Osten und dem besonders betroffenen Asien profitiert. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung erwartet ein Drittel eine Verbesserung, 17 Prozent eine Verschlechterung. Größtes Risiko sind die Energiepreise.
Im Ernährungsgewerbe fällt das konjunkturelle Stimmungsbild gleich wie im Vorquartal aus. Jeweils 27 Prozent der Unternehmen melden eine gute oder schlechte Geschäftslage. Abgeschwächten Inlandsorders stehen weiterhin aufwärtsgerichtete Auslandsorders gegenüber. Ein Fünftel (Vorquartal 18 Prozent) der Betriebe rechnet mit einer besseren Entwicklung, während 13 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) optimistisch in die Zukunft blicken. Größte Sorgen bereiten die hohen Kosten für Arbeit, Energie und Rohstoffe und die schwache Inlandsnachfrage.
3. Baugewerbe
Im Baugewerbe hat sich das Stimmungsbild im 3. Quartal 2026 im positiven Bereich wieder verschlechtert. 27 Prozent (Vorquartal 45 Prozent) der Unternehmen bewerten den aktuellen Geschäftsverlauf als gut, während 18 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind.
Die Unternehmen klagen wieder verstärkt über fehlende Aufträge. 19 Prozent (Vorquartal 33 Prozent) der Betriebe melden steigende Auftragseingänge, 42 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) mussten Rückgänge hinnehmen. Neben saisonalen Effekten dämpfen auch höhere Zinsen und steigende Baukosten die Nachfrage nach Bauleistungen. Zu einer Verbesserung ist es per saldo lediglich im Wohnungsbau gekommen. Nur noch 59 Prozent (Vorquartal 84 Prozent) melden einen Rückgang der Aufträge. Dagegen haben sich die Auftragseingänge im Straßen- und Tiefbau sowie im Öffentlichen Hochbau deutlich abgeschwächt. Im gewerblichen Hochbau ist die Auftragslage per saldo stabil geblieben. Die Auslastung von Maschinen und Geräten ist auf 73 Prozent (Vorquartal 77 Prozent) zurückgegangen.
Größte Herausforderungen werden in den hohen Energie- und Rohstoffpreisen (65 Prozent bzw. 68 Prozent) sowie im Fachkräftemangel (56 Prozent) gesehen. 53 Prozent klagen über die schwache Inlandsnachfrage.
Für die kommenden Monate überwiegen die pessimistischen Stimmen. 21 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) rechnen mit einer besseren Geschäftsentwicklung. 32 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) blicken skeptisch in die Zukunft. 16 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) der Unternehmen planen mit Neueinstellungen, während wie im Vorquartal 13 Prozent Stellenstreichungen erwägen.
4. Handel
Im Großhandel zeigen sich die Unternehmen deutlich unzufriedener mit der aktuellen Geschäftslage als im Vorquartal. Der Saldo der Lageurteile liegt nun wieder im Minusbereich. 24 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) bewerten ihre Geschäftslage als gut, während 32 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Insbesondere der produktionsverbindende Großhandel berichtet von erheblich schwächeren Geschäften, während die Lage im konsumnahen Großhandel per saldo unverändert geblieben ist.
Beim Bestellverhalten hat die Zurückhaltung wieder zugenommen. 22 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) der Großhändler berichten von einem Anstieg der Bestellungen, während 35 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) über einen Rückgang klagen. Beim Blick in die Zukunft hat der Optimismus abgenommen. 30 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einer besseren Entwicklung, während 24 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) mit Skepsis in die Zukunft blicken. Größte Sorgen bereiten den Großhändlern die hohen Arbeitskosten – mit 78 Prozent ein neuer Höchstwert. Als weitere große Risiken werden die Inlandsnachfrage, die Energiepreise sowie die Wirtschaftspolitik genannt. 41 Prozent rechnen mit einem Personalabbau. Kein Betrieb will neu einstellen.
Im regionalen Einzelhandel liegen die Lageeinschätzungen per saldo weiter deutlich im negativen Bereich. Nur 4 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) der Betriebe bewerten ihre aktuelle Lage als gut, während 26 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden sind. Positiver als im Durchschnitt fallen erneut die Einschätzungen im Lebensmitteleinzelhandel aus.
Neben dem Wegfall des Tankrabatts zu Quartalsbeginn reduzieren die hohen Energiepreise die Kaufkraft der Konsumenten. Das Kaufverhalten der Kunden ist weiterhin von starker Zurückhaltung geprägt. Wie zuvor bezeichnet kein Einzelhändler das Kaufverhalten als kauffreudig. 26 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) stufen es als saisonüblich ein. Fast drei Viertel (74 Prozent, zuvor 79 Prozent) sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten.
Als größte Herausforderungen werden die schwache Inlandsnachfrage, die Energiepreise, die Wirtschaftspolitik sowie die geopolitischen Spannungen genannt. Der Ausblick für die kommenden Monate fällt verhalten positiv aus. 31 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) blicken optimistisch in die Zukunft. 27 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) erwarten eine Verschlechterung. 85 Prozent planen mit einer gleichbleibenden Beschäftigtenzahl, 15 Prozent erwägen Stellenstreichungen.
5. Dienstleistungen
Die Beurteilung der aktuellen Lage im Dienstleistungssektor hat sich gegenüber dem Vorquartal verbessert. Ein Viertel (Vorquartal 22 Prozent) der Unternehmen berichtet von einer guten Geschäftslage, während 18 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Überdurchschnittliche Geschäfte melden die Beratungsdienstleister und die ITK-Dienstleister.
Die Umsatzentwicklung hat sich per saldo wieder deutlich verbessert. Jeweils ein Viertel der Dienstleister verzeichnet steigende (Vorquartal 20 Prozent) oder sinkende Umsätze (Vorquartal 44 Prozent). Auch die Auftragsvolumina fallen per saldo positiver als im Vorquartal aus. 14 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) melden einen Zuwachs, während 22 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) über eine Abnahme klagen.
Mit Blick in die Zukunft herrscht nur noch verhaltene Skepsis. Ein Fünftel (Vorquartal 7 Prozent) der Dienstleister zeigt sich zuversichtlich, während ein Viertel (Vorquartal 29 Prozent) eine schlechtere zukünftige Entwicklung erwartet. Als größte Geschäftsrisiken werden die hohen Kosten für Energie und Arbeit, die schwache Inlandsnachfrage und der Fachkräftemangel gesehen. 38 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) betrachten die Wirtschaftspolitik mit Sorge.
24 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) der Betriebe rechnen mit einem Personalaufbau. 26 Prozent (Vorquartal 36 Prozent) erwägen Stellenstreichungen.
Im Kreditgewerbe fällt die Lageeinschätzung geringfügig besser als im Vorquartal aus. 41 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) der Institute berichten von einer guten Geschäftslage, während 6 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) mit der Geschäftsentwicklung unzufrieden sind. Die Kredit-nachfrage der privaten Haushalte hat deutlich abgenommen. Bei den Unternehmen ist sie auf sehr niedrigem Niveau nahezu stabil geblieben. Die Kreditvergabe zur Finanzierung von Inves-titionen ist bei 35 Prozent (zuvor 41 Prozent) gesunken. Größte Geschäftsrisiken werden in der Wirtschaftspolitik und im Fachkräftemangel gesehen. Beim Ausblick herrscht vorsichtige Zuversicht. 22 Prozent erwarten eine bessere, 16 Prozent eine schlechtere Entwicklung.
Im Gastgewerbe fällt die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation vor dem Hintergrund des guten Wetters in der Sommersaison deutlich besser als im Vorquartal aus. 32 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) der Betriebe berichten von einer guten Geschäftslage, während sich nur 8 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) einer schlechteren Geschäftslage ausgesetzt sehen. Vor allem in der Restauration haben sich die Umsätze deutlich verbessert. Die Betriebe leiden weiterhin insbesondere unter den hohen Kosten für Arbeit und Energie. Wie im Vorquartal blicken 13 Prozent optimistisch in die Zukunft, während 23 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) von einem ungünstigeren Geschäftsverlauf ausgehen.