Bewerbungsgespräch: So bereitest du dich vor und trittst sicher auf
Die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist ein großer Erfolg: Deine Bewerbung hat überzeugt und das Unternehmen möchte dich kennenlernen. Viele sind vor ihrem ersten Bewerbungsgespräch nervös. Das ist völlig normal. Die gute Nachricht: Die meisten Gespräche folgen einem ähnlichen Ablauf. Wir gehen die Phasen mit dir durch, damit du entspannter in den Termin gehen kannst.
- Phase 1: Warm-up. Locker starten.
- Phase 2: Erzählphase. Zeig, wer du bist!
- Phase 3: Kennenlernphase. Jetzt wird es konkreter.
- Phase 4: Das Unternehmen stellt die Ausbildung vor.
- Phase 5: Deine Chance, Fragen zu stellen
- Phase 6: Feedback und Ausblick
- Phase 7: Verabschiedung. Bis zum Schluss professionell bleiben.
- Allgemeine Tipps für das Vorstellungsgespräch
- Was du noch tun kannst
Phase 1: Warm-up. Locker starten.
In dieser Phase geht es nicht darum, dich zu prüfen. Die Personalverantwortlichen möchten eine angenehme Gesprächsatmosphäre schaffen und dir die Nervosität nehmen. Außerdem erfährst du häufig, wie das Gespräch ablaufen wird und wer daran teilnimmt.
Tipp: Sei von Anfang an freundlich und aufmerksam. Der erste Eindruck entsteht oft schon vor dem eigentlichen Interview. Du darfst auch ruhig sagen, dass du nervös bist. Das ist menschlich und für alle verständlich.
Phase 2: Erzählphase. Zeig, wer du bist!
Jetzt bist du gefragt. Oft lautet die erste Frage: „Erzählen Sie doch einmal etwas über sich."
Besser ist es, wenn du besondere Erfahrungen hervorhebst, die zur Stelle passen:
- Praktika
- Schulprojekte
- Nebenjobs
- Ehrenamtliches Engagement
- Hobbys mit Bezug zum Beruf
Wichtig ist, die Stationen zu nennen, die dich geprägt haben und die für die Ausbildung relevant sind.
Tipp: Bereite eine kurze Selbstvorstellung von zwei bis drei Minuten vor. Das gibt Sicherheit und hilft gegen Nervosität. Kenne dein eigenes Leben! Du solltest zum Beispiel wissen, wann du deinen Abschluss gemacht hast und wie lange du wo gearbeitet hast.
Phase 3: Kennenlernphase. Jetzt wird es konkreter.
Nun möchten die Gesprächspartner mehr über deine Motivation und deine Persönlichkeit erfahren.
Typische Fragen im Vorstellungsgespräch sind:
- Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
- Warum möchten Sie die Ausbildung bei uns machen?
- Was sind Ihre Stärken?
- Was macht Ihnen in der Schule besonders Spaß?
- Welche Erfahrungen haben Sie bereits gesammelt?
Tipp: Unterlege deine Antworten mit Beispielen. Das wirkt überzeugender.
Phase 4: Das Unternehmen stellt die Ausbildung vor.
Jetzt erfährst du mehr über:
- die Ausbildung,
- die Aufgaben im Betrieb,
- den Arbeitsalltag,
- die Erwartungen an die Azubis,
- mögliche Weiterbildungswege.
Höre aufmerksam zu. Diese Informationen helfen dir dabei, herauszufinden, ob die Ausbildung wirklich zu dir passt. Notiere dir gedanklich Fragen, die während des Gesprächs entstehen.
Tipp: Nimm deine Unterlagen ausgedruckt mit ins Gespräch. Hierauf kannst du Fragen, die während des Gesprächs aufkommen, schnell notieren.
Phase 5: Deine Chance, Fragen zu stellen
Fast jedes Bewerbungsgespräch endet mit der Frage: „Haben Sie noch Fragen an uns?“ Die richtige Antwort lautet fast immer: „Ja.“
Eigene Fragen zeigen, dass du dich mit der Ausbildung beschäftigt hast und echtes Interesse mitbringst. Neben den Fragen, die im Gespräch aufkommen, kannst du anhand der Stellenbeschreibung auch schon vorab welche vorbereiten.
Das können Fragen sein, wie:
- Wie sieht die Einarbeitung aus?
- Welche Aufgaben übernehmen Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr?
- Gibt es die Möglichkeit, verschiedene Abteilungen kennenzulernen?
- Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
- Was gefällt den aktuellen Auszubildenden besonders an Ihrem Unternehmen?
Fragen zu Gehalt oder Urlaub sind grundsätzlich erlaubt. Oft werden diese Themen aber ohnehin vom Unternehmen angesprochen.
Wichtig: Bereite dich vor, lerne aber keine Fragen auswendig, sondern beziehe dich auf das Gespräch und deine Interessen.
Phase 6: Feedback und Ausblick
Manche Unternehmen fragen zum Abschluss nach deinem Eindruck:
- Wie haben Sie das Gespräch erlebt?
- Entspricht die Ausbildung Ihren Vorstellungen?
- Haben Sie noch weitere offene Fragen?
Bleibe offen, freundlich und professionell. Außerdem erfährst du an dieser Stelle häufig, wie es im Bewerbungsprozess weitergeht und wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst. Umgekehrt darfst du nach dem Eindruck des Betriebs fragen.
Phase 7: Verabschiedung. Bis zum Schluss professionell bleiben.
Bedanke dich für das Gespräch und die Zeit, die sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Unternehmens genommen haben.
Ein einfacher Satz genügt: „Vielen Dank für das angenehme Gespräch. Ich habe einen guten Eindruck von der Ausbildung bekommen.“
Auch nach dem offiziellen Gespräch gilt: Bleibe freundlich und professionell. Vom Händedruck bis zum Verlassen des Gebäudes.
Allgemeine Tipps für das Vorstellungsgespräch
Wie bereite ich mich auf ein Bewerbungsgespräch vor?
- das Unternehmen,
- die angebotene Ausbildung,
- Produkte oder Dienstleistungen,
- Standorte und Besonderheiten des Betriebs.
Außerdem solltest du deinen Lebenslauf noch einmal durchgehen. Alles kann im Gespräch angesprochen und tiefer nachgefragt werden.
Fast alle Bewerberinnen und Bewerber sind aufgeregt. Das ist völlig normal. Hilfreich kann sein:
- Stichpunkte vorzubereiten und das Gespräch vorab mit Freunden oder Eltern zu üben,
- wichtige Unterlagen und dein Outfit am Abend vorher bereitzulegen,
- die Anfahrt zu planen und etwas früher loszufahren. Sei am besten 15 Minuten vor dem Termin vor Ort.
Denke immer daran, welchen Zweck das Bewerbungsgespräch hat: Es ist keine Prüfung, bei der jede Antwort richtig sein muss. Das Unternehmen möchte dich kennenlernen und herausfinden, ob ihr zueinander passt.
Was ziehe ich zum Bewerbungsgespräch an?
Du musst nicht im Anzug oder Kostüm erscheinen. Wichtig ist, dass dein Outfit:
- sauber und gepflegt ist,
- zur Ausbildung passt,
- einen professionellen Eindruck macht.
Im Zweifel gilt: lieber overdressed erscheinen. Oder frage vorab beim Betrieb nach, ob es eine Kleiderordnung gibt.
Du musst nicht perfekt sein!
Unternehmen suchen junge Menschen, die Interesse am Beruf und dem Unternehmen zeigen, motiviert sind und sich weiterentwickeln möchten. Bleib freundlich, ehrlich und sei gut vorbereitet, dann hast du die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start in deine Ausbildung.
