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Viele Chancen auch nach dem Ausbildungsstart: Wie Betriebe jetzt noch Azubis finden
Viele Unternehmen starten mit unbesetzten Ausbildungsplätzen ins neue Ausbildungsjahr. Gleichzeitig suchen noch immer junge Menschen nach einem passenden Einstieg in den Beruf: nach dem Schulabschluss, mitten in einer längeren Bewerbungsphase oder weil sie sich doch gegen ein Studium entscheiden.
Für Betriebe heißt das: alle, die jetzt noch Auszubildende suchen, sollten nicht abwarten. „Es ist auch nach dem 1. August noch absolut realistisch, passende Auszubildende zu finden“, sagt Maike Breuer von der IHK Nord Westfalen. Entscheidend sei, dass Unternehmen dafür sichtbar werden und ihre Suche aktiv angehen.
Auch nach dem 1. August eröffnen sich Chancen
Viele Betriebe gehen davon aus, dass der Ausbildungsstart nach dem 1. August gelaufen ist. Das stimmt nicht. Ausbildungsverträge können auch später eingetragen werden. Wichtig ist, dass Berufsschule und Ausbildung zeitlich aufeinander abgestimmt sind. Verpasste Unterrichtsinhalte lassen sich in der Regel problemlos nachholen.
Maike Breuer, Ansprechpartnerin bei der IHK zum Programm „Passgenaue Besetzung“
Jetzt zählt Sichtbarkeit
Wer noch offene Ausbildungsplätze hat, sollte alle verfügbaren Kanäle nutzen. Dazu gehören die Beratungsangebote der IHK, der Agentur für Arbeit, des Arbeitgeberservice, aber auch die die eigene Website, Social Media und die persönliche Ansprache über Mitarbeitende und das Umfeld eines Unternehmens.
„Das persönliche Netzwerk ist Gold wert“, sagt Breuer. Häufig wissen Beschäftigte, Nachbarn oder die Kundinnen und Kunden von jungen Menschen, die noch einen konkreten Ausbildungsplatz suchen oder sich beruflich orientieren. Auch bestehende Praktikumsangebote sollten gut sichtbar auf der Website des Unternehmens – oder, dort wo es sich anbietet an den Eingangstüren - stehen.
Praktika können Türen öffnen
Ein schneller Weg für Entscheidungen sind Praktika. „Viele junge Menschen sind gerade noch auf der Suche nach dem passenden Einstieg", sagt Breuer. „Ein Praktikum kann ein echter Türöffner sein." Junge Menschen lernen den Beruf und den Betrieb kennen, Unternehmen bekommen gleichzeitig einen persönlichen Eindruck von potenziellen Auszubildenden.
Besonders in den Sommerwochen können Tagespraktika oder kurze Praxiseinblicke sinnvoll sein. Viele Jugendliche nutzen diese Zeit, um sich zwischen Ausbildung, Studium oder anderen Wegen zu orientieren. Für Betriebe ist das eine Chance, direkt ins Gespräch zu kommen.
Anforderungen mit neuem Blick betrachten
Wer noch Auszubildende sucht, sollte auch einen Blick auf die eigenen Erwartungen werfen. Nicht für jede Ausbildung sind Fachabitur oder Abitur entscheidend. Oft zählen andere Eigenschaften viel mehr: Motivation, Zuverlässigkeit, Teamgeist oder die Bereitschaft, Neues zu lernen.
„Betriebe sollten sich fragen: Was ist uns für diese Ausbildung wirklich wichtig?“, sagt Breuer. Wer die Anforderungen zu hoch ansetzt, übersieht vielleicht junge Menschen, die fachlich und menschlich sehr gut ins Unternehmen passen würden. Ein offener Blick kann dabei helfen, genau die passenden Nachwuchskräfte zu finden.
IHK-Unterstützung bei der Suche nutzen
Wer noch offene Ausbildungsplätze besetzen möchte, muss die Suche nicht allein angehen. Die IHK Nord Westfalen unterstützt Unternehmen dabei, passende Auszubildende zu finden. Im Programm „Passgenaue Besetzung“ beraten die IHK-Expertinnen und -Experten unter anderem Stellenausschreibung, zu Anforderungen und dazu, wie Betriebe geeignete Bewerberinnen und Bewerber erreichen können.
Breuer rät Unternehmen, auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart offen zu bleiben: „Es gibt sie noch, die Kandidatinnen und Kandidaten, die in den Betrieb passen. Man muss nur aktiv werden und sichtbar bleiben.“ Die Chancen, passende Auszubildende zu finden, sind da.
Service: Was Betriebe jetzt tun können
- offene Ausbildungsplätze auf der eigenen Website sichtbar machen
- IHK Nord Westfalen und Agentur für Arbeit über freie Plätze informieren
- Social-Media-Kanäle und persönliche Netzwerke nutzen
- Praktika oder Tagespraktika anbieten
- Anforderungen in Stellenausschreibungen überprüfen
- bei der IHK Nord Westfalen Unterstützung zur passgenauen Besetzung anfragen
Unternehmen, die jetzt sichtbar sind und ihre Anforderungen realistisch haben, können auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart passende Auszubildende finden.
IHK-Ansprechpartner:
Maike Breuer
Niklas Ophey
Anke Sültemeyer
Kontakt
Redaktion Wirtschaftsspiegel
