Medieninformation vom 10. März 2026

IHK zur aktuellen Lage der Einpersonen- und Kleinstunternehmen: Betriebe stehen unter Druck, Erträge sind stabil und Umsätze rückläufig

Die Einpersonen- und Kleinstunternehmen (EKU) in Baden-Württemberg bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mehrheitlich als ordentlich. Sie blicken jedoch mit spürbarer Zurückhaltung auf die kommenden Monate. Das ist das zentrale Ergebnis einer Sonderauswertung des aktuellen Konjunkturberichts der baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs).
An der landesweiten Erhebung beteiligten sich 1.105 Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten (Vollzeitäquivalente). Rund 38 Prozent der Befragten berichten von rückläufigen Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig bleibt die Ertragslage bei vielen Betrieben stabil – ein Hinweis darauf, dass Kostenstrukturen und betriebliche Anpassungen bislang greifen.
Für die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg sind diese Zahlen ein wichtiges Signal auch für die regionale Wirtschaft. „Die landesweiten Ergebnisse spiegeln vieles wider, was wir aus Gesprächen mit unseren Einpersonen- und Kleinstunternehmen in der Region hören“, ordnet IHK-Referent Alexander Rösgen die Ergebnisse ein. „Gerade kleine Betriebe reagieren sensibel auf Nachfrageschwankungen und wirtschaftliche Unsicherheiten.“
Als größtes wirtschaftliches Risiko nennen 58 Prozent der befragten EKU die Inlandsnachfrage. Diese Einschätzung deckt sich mit der Umsatzentwicklung: Während 38 Prozent Umsatzeinbußen verzeichnen, berichten lediglich 19 Prozent von steigenden Erlösen. Im Vergleich zu mittleren und größeren Unternehmen sind sie damit überdurchschnittlich von Rückgängen betroffen. Die Ergebnisse unterstreichen die besondere Situation dieser Unternehmensgruppe: EKU verfügen häufig über geringere finanzielle Puffer und sind stärker von einzelnen Aufträgen oder Kundensegmenten abhängig.
Die IHK begleitet Einpersonen- und Kleinstunternehmen mit einem eigenen Netzwerk, dem aktuell rund 35 Betriebe aus unterschiedlichen Branchen angehören. Ziel ist es, Selbstständige bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle zu unterstützen und den Austausch untereinander zu fördern.
„Viele Selbstständige stehen heute vor der Herausforderung, ihr Geschäftsmodell kontinuierlich weiterzuentwickeln“, erklärt Timon Dürr, regelmäßig Referent bei Netzwerkveranstaltungen und selbst Teil des EKU-Netzwerks. „Gerade kleinere Unternehmen haben dabei die Chance, Veränderungen schnell umzusetzen und neue Impulse unmittelbar in die Praxis zu übertragen.“ Formate wie regelmäßige Netzwerkabende, Online-Veranstaltungen und individuelle Beratungsangebote bieten Raum für fachlichen Austausch und strategische Weiterentwicklung.