Medieninformation vom 13. Oktober 2026
IHK zur aktuellen PISA-Studie: Defizite sind immense Hürde für das Erfolgssystem der dualen Ausbildung
Die Ergebnisse der neuen PISA-Studie sind ein Schock und das Spiegelbild der Erfahrungen vieler Ausbildungsbetriebe, zeigt sich die IHK besorgt. „Besonders prägnant ist das Fehlen von Basiskompetenzen. Diese Defizite sind eine immense Hürde für das Erfolgssystem der dualen Ausbildung, denn immer mehr Jugendliche verlassen die Schule ohne grundlegende Kompetenzen“, sagt Wolf-Dieter Bauer, Geschäftsbereichsleiter Bildung und Prüfung bei der IHK.
Schon lange beobachteten Unternehmen, dass viele Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsplätze die grundlegenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung nicht mitbringen. Die Zahl angehender Azubis mit mangelnde Ausbildungsreife nehme zu. Vermisst würden zum Teil elementare Rechenkenntnisse sowie mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen. Außerdem gebe es Defizite der Azubis in Mathe und wirtschaftlichem Grundwissen, zudem in Naturwissenschaften und in Englisch.
„Die jungen Menschen sind heute nicht weniger begabt als noch vor einigen Jahren“, betont Wolf-Dieter Bauer. „Wir schaffen es aber offensichtlich nicht mehr in ausreichendem Maße, ihr Potenzial zu wecken und das Beste aus ihnen herauszuholen.“ Der Weckruf müsse daher vor allem der Bildungspolitik gelten. Die allgemeinbildenden Schulen müssten Leistung wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, Basiskompetenzen verlässlich vermitteln und die Lernergebnisse evaluieren. Notwendig sei auch eine konsequente Berufs- und Studienorientierung an allen Schularten.
Dennoch geben immer mehr Betriebe jungen Menschen mit Startschwierigkeiten eine Chance. Die Unternehmen unterstützen sie vor allem mit Nachhilfeangeboten, MINT-Förderung und einer engen, fachlichen und persönlichen Begleitung im Betrieb. „Unsere Ausbildungsbetriebe dürfen jedoch nicht zum Reparaturbetrieb einer verfehlten Bildungspolitik werden. Sie können nicht ausgleichen, was in den Klassenzimmern versäumt wurde“, so Bauer. „Was wir brauchen, ist eine verpflichtende Sprachförderung vor der Einschulung, eine Stärkung der Basiskompetenzen, jährliche Tests sowie eine gezielte Ressourcensteuerung, um Schulen in herausfordernden Lagen zu unterstützen.“
