Medieninformation vom 16. Januar 2026

Fortschritte beim Mercosur-Abkommen: IHK wirbt für Zustimmung des Europäischen Parlaments zum Freihandelsabkommen

Nachdem die EU-Mitgliedstaaten grünes Licht zum Mercosur-Freihandelsabkommen gegeben haben, appelliert die IHK an die Abgeordneten des Europäischen Parlaments, den Weg für das Abkommen freizumachen. Ein Inkrafttreten würde vielen Unternehmen aus der Region den Handel mit den beteiligten südamerikanischen Staaten erleichtern.
„Unsere exportorientierte Wirtschaft braucht gerade jetzt verlässliche Partnerschaften und neue Absatzmärkte“, betont IHK-Vizepräsident Dr. Steffen P. Würth. „Das Mercosur-Abkommen ist ein wichtiger Schritt, um die Unternehmen in der Region zukunftsfähig aufzustellen.“ Über 200 Unternehmen aus den Branchen Gesundheit und Medizintechnik, Maschinenbau, Automobilzulieferer und Konsumgüter in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg unterhalten bereits Wirtschaftsbeziehungen zu Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Durch das Abkommen könnten Zölle von bis zu 35 Prozent auf Autos und bis zu 20 Prozent auf Maschinen entfallen.
Die Mercosur-Staaten bieten enormes Potenzial: Rund 400 Millionen Menschen, ein Bruttoinlandsprodukt von 4,3 Billionen Dollar und ein Handelsvolumen mit Deutschland von 41,7 Milliarden Euro (2024). Die südamerikanischen Staaten standen bereits im Mittelpunkt der fünften IHK-Länderwoche im Jahr 2024 mit rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Das Mercosur-Abkommen ist kein Endpunkt, sondern ein Anfang“, so Steffen P. Würth. „Weitere Freihandelsabkommen etwa mit Indien oder Indonesien müssen folgen, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.“
Donald Tr umps Zollpolitik und protektionistische Tendenzen im internationalen Handel haben auch die Wirtschaft der Region schwer getroffen, insbesondere die Exporteure für die Zulieferindustrie für Autos und Maschinenbau. Zudem verschärft der Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie die angespannten Beziehungen der Europäischen Union (EU) zur Volksrepublik China die große Abhängigkeit der heimischen Wirtschaft von Rohstoffen und Warenlieferungen. „Wir dürfen deshalb nicht zulassen, dass andere Wettbewerber – allen voran China – den Wachstumsmarkt Südamerika dominieren“, warnt Würth.
Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg unterstützt und informiert Unternehmen regelmäßig bei der Markterschließung durch Beratung, Veranstaltungen und Kontaktangebote gemeinsam mit den Auslandshandelskammern (AHK). Unternehmen können kostenfrei auf eine Vielzahl von Fachvorträgen und Hintergrundinformationen zugreifen, um das Auslandgeschäft auszubauen oder zu sichern.