Medieninformation vom 28. April 2026

Girls’Day: Mit so manchem Klischee wurde aufgeräumt / IHK-Aktionstag unter dem Motto „Ich werde Chefin“

Unter dem Motto „Ich werde Chefin“ hatte die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg den diesjährigen Girls’Day wie schon seit den vergangenen Jahren angeboten. Und das Interesse an dem Aktionstag, der Mädchen neue Perspektiven eröffnen und ihnen spannende Einblicke in die Berufswelt geben soll, war groß, und die Mädchen in allen Bereichen begeistert bei der Sache. Unternehmerinnen aus allen Branchen hatten ihre Türen geöffnet, und gestalteten einen interessanten Vormittag mit den Schülerinnen.
So bekamen die jungen Damen Einblicke in die unterschiedlichen Betriebe und Betriebsabläufe, lernten verschiedene Berufsbilder kennen, durften auch selbst Hand anlegen und mit den Unternehmerinnen ins Gespräch kommen. Gastgeberinnen waren Sarah Öhler von der Hotel FederWERK GmbH in St. Georgen, Jasmin Biermann-Gässler von der „biema – beruflich richtig platziert“ in Villingen-Schwenningen, Natalie Stich von ebm-papst in St. Georgen, Stefanie Glunk von GUK-Falzmaschinen in Wellendingen und Katharina Ott von Mehr als OK gemeinsam mit dem Tierschutzverein Rottweil und Umgebung.
Die ursprüngliche Idee des GirlsDay ist es, Schülerinnen für Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu begeistern und berufliche Möglichkeiten zu erweitern. Die ihk.momnkt diese Idee weiter: Mit dem Format „Ich werde Chefin!“ sollen Schülerinnen für Unternehmertum und Selbstständigkeit begeistert werden.
Einen umfassenden Einblick ins Unternehmen gab die Werksleiterin Natalie Stich den Mädels bei ebmpapst in St. Georgen. Nach einer Werksführung durften sie selbst ihr technisches Geschick ausprobieren und einen kleinen Lüfter bauen. Hochkonzentriert gingen sie ans Werk, löteten, schraubten, und setzten die Teile zusammen. Natalie Stich bedauerte, dass es noch immer an weiblichem Nachwuchs fehle, da die Mädchen zum einen oftmals gar keine Berührungspunkte zu technischen Berufen hätten, und zum anderen noch viele Klischees kursieren würden, dass technische Berufe und Führung in diesen schon gleich gar nichts für Mädels seien. Natalie Stich ermutigte die Mädels sich hier nicht irritieren zu lassen und zeigte an ihrem eigenen Werdegang auf, wie eine Karriere gelingen kann. „Wenn man etwas unbedingt möchte, dann kann man es auch erreichen“, machte sie Mut.
Gleich 20 junge Damen aus der gesamten Region hatte sich im St. Georgener Hotel „FederWerk“ bei Sarah Öhler eingefunden. Alle in schwarzen Hosen und schicken weißen Blusen, ganz im Stile der „FederWERK“-Mitarbeitenden. „Dann bekommen sie gleich ein Gefühl für unser Haus“, erklärte Öhler, die den Mädels ebenfalls vielerlei Einblicke in Haus und Branche gab. Die jungen Damen waren begeistert, einige von ihnen können sich direkt einen Beruf im Hotelfach vorstellen. „Die Ausbildung ist so vielfältig und man hat im Anschluss so viele Möglichkeiten“, schwärmt eine der jungen Damen. „Hier kann ich alle meine Sprachen anwenden, die ich jetzt lerne“, ergänzt eine andere. Aber auch die Erkenntnis zu gewinnen, dass ein Berufsbild nicht passt, ist wichtig für den Berufswahlprozess. „Ich glaube das wäre mir zuviel Stress“, sagt ein Mädel hierzu.
Andere wiederum fanden es super interessant, in einem Hotel tätig zu sein, das nicht nur Geschichte hat, wie das „FederWERK“, das einst Uhrenfabrik war, sondern, in dem auch jedes Zimmer Geschichten erzählt. „Das ist schon etwas Besonderes und nicht so wie bei einer Hotelkette“, sagt ein Mädel begeistert. Und wer ausprobieren möchte, ob ihm der Job liegt, den lädt Sarah Öhler herzlich zum Praktikum ein. Und auch freie Ausbildungsstellen sind noch zu haben. Praktikantinnen sind auch bei ebm-papst und den anderen Betrieben herzlich willkommen.
Katharina Ott ist Mentorin und Speakerin und begleitet Führungskräfte. Sie weiß, worauf es ankommt, und gibt ihr Wissen in dem Bereich gerne weiter. Zudem ist sie zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Rottweil. Beim Girls Day hatte sie die jungen Damen drum ins Rottweiler Tierheim einladen. Elf Festangestellte und drei Azubis sind hier beschäftigt. Finanziert wird die Arbeit über Spenden. Die Mädels bekamen zunächst Einblicke in die Arbeit im Tierheim, dann durften sie sich beim Workshop zum Thema Führung selbst mit dem Thema beschäftigen. Es ging darum, zunächst einmal mit Klischees aufzuräumen, kennenzulernen, was eine Führungskraft zu tun hat und was eine Führungskraft ausmacht. „Es ist mir ganz wichtig den jungen Damen das mit auf den Weg zu geben, damit sie eine andere Blickrichtung bekommen“, so Ott.
Die Arbeit bei GUK-Falzmaschinen in Wellendingen stellte Stefanie Glunk vor, die den kaufmännischen Vertrieb des Familienunternehmens leitet. Die Mädchen bekamen Einblicke in ihre Rolle als Frau im Familienunternehmen und was Verantwortung für sie bedeutet. Sie zeigte ihren eigenen beruflichen Werdegang auf, um Mut zu machen und zu motivieren, sich auch als Mädel etwas zu trauen. „Diese Einblicke zu geben ist ganz wichtig, um Praktikanten und Auszubildende zu bekommen“, weiß sie aus der Praxis.
Am Girls’Day verwandelte sich auch die „biema – beruflich richtig platziert” in eine Ideenwerkstatt für angehende Unternehmerinnen. Gründerin Jasmin Biermann-Gässler empfing sieben engagierte Schülerinnen, um ihnen exklusive Einblicke in die Welt der Selbstständigkeit und Unternehmensführung zu geben. Anfängliche Berührungsängste waren schnell vergessen: Jasmin Biermann-Gässler gelang es durch eine besonders nahbare Erzählweise, das Interesse der Schülerinnen zu entfachen. Indem sie ungeschminkte Einblicke in ihren Werdegang gewährte, schuf sie eine vertrauensvolle Atmosphäre, die die Mädchen aus der Reserve lockte. In der anschließenden, intensiven Diskussionsrunde stellten die Teilnehmerinnen gezielte Fragen zu Karrierewegen, Führungsalltag und der Balance zwischen Privatleben und Business.
Biermann-Gässler zeigte sich begeistert: ‚Es ist beeindruckend zu sehen, wie reflektiert und zielstrebig die Mädchen heute schon über ihre Zukunft nachdenken. „Wir brauchen mehr weibliche Rolemodels, die zeigen, dass das Unternehmertum eine erfüllende und machbare Option ist“, sagt sie. Nach der Theorie folgte die Praxis: In einem Workshop wurden die Rollen getauscht. Unter der Aufgabenstellung „Erfinde ein Tool, das deinen Mitschülern bei der Berufswahl hilft“ entwickelten die Mädchen in Kleingruppen eigene Geschäftsideen. Für biema war die Teilnahme an der IHK-Aktion eine Premiere, die nach Wiederholung ruft.