Medieninformation vom 28. Juli 2026

Gebäudemodernisierungsgesetz: IHK fordert mehr Planungssicherheit und echte Technologieoffenheit

Das Gebäudemodernisierungsgesetz ersetzt das alte Gebäudeenergiegesetz. Die IHK sieht darin die Chance, die Wärmewende praxistauglicher und technologieoffener zu gestalten. Gleichzeitig warnt sie davor, neue Unsicherheiten und zusätzliche Bürokratie zu schaffen.
Positiv bewertet die IHK insbesondere die Einführung der sogenannten Bio-Treppe, die die bisherige feste Erneuerbaren-Quote durch schrittweise steigende Anteile klimaneutraler Brennstoffe ersetzt. Dadurch entstehen mehr Handlungsspielräume für Eigentümer und Unternehmen. Gleichzeitig bestehen erhebliche Unsicherheiten bei der zukünftigen Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Biomethan, Bioöl und Wasserstoff. „Technologieoffenheit funktioniert nur dann, wenn die benötigten Energieträger tatsächlich in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Unternehmen dürfen nicht verpflichtet werden, Anforderungen zu erfüllen, deren wirtschaftliche Grundlagen sie selbst nicht beeinflussen können“, sagt IHK-Energiereferentin Apoorva Anil.
Auch die stärkere Berücksichtigung von Solarthermie, Geothermie, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Wasserstoff bewertet die IHK positiv. Gerade in der Wärmeversorgung seien unterschiedliche Technologien notwendig, um den vielfältigen Anforderungen von Wohngebäuden, Gewerbeimmobilien und Quartierslösungen gerecht zu werden. „Die Wärmewende braucht einen Instrumentenkasten und keine Einheitslösung“, betont Apoorva Anil. „Effiziente Technologien wie KWK oder Geothermie müssen gleichwertig anerkannt und rechtssicher eingebunden werden.“
Kritisch sieht die IHK dagegen zahlreiche neue Dokumentations- und Nachweispflichten. ies betrifft unter anderem Energieausweise, Lebenszyklusanalysen von Gebäuden sowie Anforderungen an die Gebäudeautomatisierung. Viele Unternehmen befürchten zusätzliche Bürokratie, hohe Umsetzungskosten und Rechtsunsicherheiten. „Klimaschutz darf nicht mit immer komplexeren Be richtspflichten verwechselt werden. Investitionen in Effizienzmaßnahmen bringen mehr als zusätzliche Formulare“, erklärt sie.
Auch beim Ausbau der Fernwärme und der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität fordert die IHK verlässliche Rahmenbedingungen. Fernwärme müsse transparent und wettbewerbsgerecht ausgestaltet werden, während bei Ladeinfrastruktur ausreichend Netzkapazitäten rechtzeitig bereitgestellt werden müssten. Quartierslösungen und flexible Umsetzungsmodelle seien dabei der richtige Ansatz.
Die IHK setzt sich dafür ein, die weitere Umsetzung des Gesetzes so zu gestalten, dass Planungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Technologieoffenheit gewährleistet werden. „Eine erfolgreiche Wärmewende braucht verlässliche Rahmenbedingungen, die Unternehmen bei ihren Investitionsentscheidungen unterstützen“, so Anil. „Wichtig sind dabei praktikable Vorgaben, weniger Bürokratie und ein technologieoffener Weg zur Klimaneutralität.“