Medieninformation vom 31. August 2026

„Gründung trifft Nachfolge“´: Rund 60 Teilnehmer informierten sich bei IHK-Nachfolgeveranstaltung in Titisee-Neustadt

Selbstständige in ländlichen Regionen haben zunehmend Schwierigkeiten, die Nachfolge ihrer Betriebe zu regeln und zu sichern. Irgendwann muss sich jede Unternehmerin und jeder Unternehmer mit den Fragen auseinandersetzen, in wessen Hände der Betrieb übergeben werden soll und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist.
Gleichzeitig stellt sich für gründungswillige Personen die Frage, ob es Sinn ergibt, ohne entsprechendes Know-how in die eigene Selbstständigkeit zu starten – entweder durch Aufbau eines neuen Unternehmens oder alternativ durch Übernahme eines bereits bestehenden und etablierten Unternehmens mitsamt des Kundenstammes.
Aus diesem Grund informieren die drei IHKs Schwarzwald-Baar-Heuberg, Hochrhein-Bodensee und Südlicher Oberrhein jährlich in einer gemeinsamen Veranstaltung sowohl Gründerinnen und Gründer als auch zur Nachfolge anstehende Unternehmen über deren Chancen und Möglichkeiten. Unter dem Dach des „Startercenter Südwest” bieten die drei IHK’s ihre Dienstleistungen rund um die Existenzgründung, Unternehmensförderung und Unternehmensnachfolge gemeinsam an. Ein wichtiger Teil der Veranstaltung ist, dass sie diese beiden Parteien zusammenführt und miteinander vernetzt.
Auch in diesem Jahr sind den Einladungen der drei Industrie- und Handelskammern rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Kurhaus in Titisee-Neusta dt gefolgt. „Diese Zahl zeigt, das Thema der Unternehmensnachfolge ist in den Regionen wichtiger denn je. Auch sind die sogenannten Babyboomer-Jahre spürbar. Das bedeutet, dass immer mehr Betriebe zur Nachfolge anstehen. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer aus diesen Jahrgängen gehen nach und nach in den Ruhestand und sind gezwungen, ihren Betrieb abzugeben“, sagt Chiara Birk, Referentin für Unternehmensförderung bei der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Fachliche Impulse zum Nachfolgeprozess und zur rechtssicheren Gestaltung einer Unternehmensübergabe bildeten den Rahmen der Veranstaltung. Dabei erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in die organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Anforderungen einer erfolgreichen Nachfolge. Beim anschließenden „Markt der Möglichkeiten“ standen Banken, Rechtsanwälte und Nachfolgespezialisten für persönliche Gespräche und individuelle Fragestellungen zur Verfügung. Darüber hinaus informierten die Experten über den Nachfolgegutschein Baden-Württemberg, der familienfremde Unternehmensnachfolgen unterstützt.
Erstmals stand zudem ein Pitch-Format auf dem Programm. Gründungsinteressierte und potenzielle Unternehmensverkäufer erhielten die Möglichkeit, ihre Unternehmen beziehungsweise ihre Nachfolgevorhaben in jeweils fünf Minuten vorzustellen. Beim anschließenden Austausch wurden Gespräche vertieft, Kontakte geknüpft und erste Anknüpfungspunkte für mögliche Nachfolgelösungen geschaffen.
Das Fazit der Veranstaltung lautet: „Eine Nachfolgeregelung, je früher, desto besser – auch wenn es unbestritten ein emotional sehr anstrengendes Vorhaben ist, sein Lebenswerk abzugeben. Aber von den ersten Überlegungen bis zum Notartermin ist es ein langer Weg, der sich über Jahre strecken kann“, so Chiara Birk.
Laut den IHK-Nachfolgeexpertinnen und -Experten stellt man die ersten Überlegungen dazu am besten bereits zehn Jahre vorher an. Dabei ist auch zu prüfen, ob womöglich die eigenen Kinder oder auch Mitarbeitende bis dahin so weit wären, dass sie als Nachfolger in Frage kommen. Ansonsten muss mit der externen Suche begonnen werden.
Und einen wichtigen Rat an die Unternehmerinnen und Unternehmer hat Chiara Birk noch: „Es ist wichtig, dass auch qualifizierte Stellvertreter und Stellvertreterinnen über Verträge, Geschäfte und Interna Bescheid wissen, Zugang zu wichtigen Dokumenten haben und über entsprechende Befugnisse verfügen – denn auch junge Selbstständige können erkranken oder im schlimmsten Fall einen Unfall erleiden. Auch hierbei helfen die Industrie- und Handelskammern bei der Vorbereitung auf derartige Fälle, etwa mit unserem Notfallhandbuch und Checklisten.“
Nachfolgegutschein BW unterstützt familienfremde Unternehmensnachfolgen
Der Nachfolgegutschein Baden-Württemberg fördert externe Beratungsleistungen im Rahmen einer familienfremden Unternehmensnachfolge. Förderfähig sind kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg, die Mitglied einer Industrie- und Handelskammer sind.
Die Förderung soll Unternehmen dabei unterstützen, den Nachfolgeprozess professionell vorzubereiten und umzusetzen. Gefördert werden unter anderem Beratungsleistungen zur Planung und Begleitung einer Unternehmensübergabe.
Weitere Informationen zum Nachfolgegutschein BW finden Interessierte unter www.ihk.mom/sbh unter Eingabe der Dokumentennummer 7131250 im Suchfeld.